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Apps scannen Kosmetik-Inhaltsstoffe per Barcode

Codecheck, Inci Beauty und Yuka übersetzen INCI-Listen in Scores – mit unterschiedlichen Datenquellen, Kriterien und Gratis-Limits.

Codecheck, Inci Beauty und Yuka scannen Kosmetik per Barcode und bewerten Inhaltsstoffe nach eigenen Systemen. Das macht lange INCI-Listen schneller verständlich – aber die Ergebnisse hängen stark von Datenbank-Abdeckung und Bewertungslogik ab.

Was Scanner-Apps bei Kosmetik können – und wo sie stoppen

Eine Person scannt den Strichcode eines Kosmetikprodukts mit einem Smartphone.

Lange, technische INCI-Listen sind auf vielen Produkten Standard – für Laien aber schwer einzuordnen. Scanner-Apps setzen genau dort an: Sie scannen den Strichcode, gleichen das Produkt mit einer Datenbank ab und zeigen eine Bewertung von „eher unproblematisch“ bis „eher problematisch“.

Der Gewinn liegt in der Darstellung: Codecheck arbeitet mit einem farbcodierten Kreis (grün bis rot) und nennt Alternativen. Inci Beauty fasst das Ergebnis als Score bis 20 zusammen und markiert einzelne Stoffe auffällig. Yuka vergibt 0 bis 100 Punkte und ordnet als riskant bewertete Inhaltsstoffe Kategorien zu – etwa „Allergene“ oder „Endokrine Disruptoren“.

Die Grenzen sind technisch und inhaltlich: Ist ein Produkt nicht in der Datenbank, fehlt zunächst die Bewertung. Und selbst wenn es erfasst ist, entscheidet die App-Logik, wie streng einzelne Stoffe oder Herstellungsverfahren ins Gewicht fallen. Für Kundinnen in Studios und Spas ist das relevant, weil solche Scores oft Gespräche über Verträglichkeit und Produktauswahl anstossen – auch wenn die Einordnung je nach App unterschiedlich ausfällt.

Auch die Gratisnutzung ist begrenzt: Codecheck limitiert in der Basisversion auf fünf Scans pro Woche. Bei Yuka ist kostenlos nur das Scannen möglich, die Suche erfordert ein Upgrade. Inci Beauty gilt laut Artikel als weniger intuitiv, und die Gründe für einzelne Einstufungen seien schwerer nachzuvollziehen.

Codecheck, Inci Beauty, Yuka: So unterscheiden sich die Systeme

Codecheck (2010 in Zürich entwickelt) zeigt die Bewertung als farbcodierten Kreis und schlägt Alternativen vor. Nutzerprofile können festhalten, welche Inhaltsstoffe vermieden werden sollen; fehlende Produkte lassen sich in die Datenbank aufnehmen. Laut Anbieter stammen Produktinformationen aus grossen Datenbanken – darunter staatliche Quellen (z.B. California Department of Public Health) – sowie von Herstellern und Händlern. Kommunikationschef Niels Genzmer sagt, die Bewertungen einzelner Inhaltsstoffe seien „zu 100 Prozent unabhängig“. In der Gratisversion sind bis zu fünf Scans pro Woche möglich; Details zu Inhaltsstoffen erfordern Premium.

Inci Beauty setzt stärker auf Nachhaltigkeit und bewertet mit bis zu 20 Punkten. Grundlage ist laut Artikel vor allem das Herstellungsverfahren der Inhaltsstoffe: Synthetische oder petrochemische Prozesse werden als schädlich eingestuft (orange). „Kontroverse“ Inhaltsstoffe erscheinen rot – ist ein solcher enthalten, fällt die Gesamtwertung auf null. Als Datenbasis nennt der Beitrag Studien, darunter den EU-„Community Rolling Action Plan“, sowie eine Zusammenarbeit mit einer Chemiehochschule in Clermont-Ferrand. Einschränkung laut Artikel: Das Design sei weniger intuitiv, die Begründungen schwieriger nachzuvollziehen.

Yuka arbeitet ebenfalls mit Barcode-Scan, aber als 0-bis-100-Punktesystem. Die Datenbank umfasst laut Artikel fünf Millionen Produkte, davon zwei Millionen Kosmetika. Als risikoreich markierte Inhaltsstoffe werden fünf Kategorien zugeordnet: „Endokrine Disruptoren“, „Allergene“, „Reizend“, „Krebserregend“ und „Schadstoff“. Als Pluspunkt nennt der Beitrag, dass Kategorien und Begründungen auch in der Gratisversion sichtbar sind. Verantwortlich für die wissenschaftliche Bewertung sei die Toxikologin Zoé Kerlo; anders als bei den anderen Apps würden die zugrunde liegenden Studien jeweils angegeben, zudem gebe Yuka ebenfalls an, „zu 100 Prozent unabhängig“ zu sein. Kostenlos ist nur das Scannen möglich, die Suche braucht ein Upgrade; eine Mitgliedschaft ist ab 15 Franken pro Jahr erhältlich und erlaubt u.a. Offline-Nutzung sowie persönliche Präferenzen.

Barcode-Scanner machen Inhaltsstoffe schnell vergleichbar, aber sie liefern keine einheitliche Wahrheit: Datenbanken, Gewichtung und Transparenz unterscheiden sich. In der Beauty-Praxis zeigt sich damit ein Trend zu mehr Orientierung per App – bei wechselnden Maßstäben.

Wenn Sie mehr Beauty- und Hautpflege-Updates lesen möchten: Hier finden Sie Beauty- und Hautpflege-Insights mit klarer Einordnung von Produkten, Routinen und Inhaltsstoffen – verständlich und alltagstauglich. Für eine persönliche Einschätzung kann auch eine klassische Gesichtsbehandlung ein guter Rahmen sein.

Apps scannen Kosmetik-Inhaltsstoffe per Barcode
Maria Petrenko January 11, 2026
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