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The Body Shop bekommt 100%-Vegan-Siegel

Was laut PETBOOK hinter der Zertifizierung steckt – und welche Inhaltsstoffe, Labels und Tierversuchs-Grauzonen im Kosmetikalltag zählen.

The Body Shop ist laut PETBOOK seit dem 4. Oktober 2025 von der Vegan Society zu 100 Prozent als vegan zertifiziert. Für Kundinnen bei klassischen Gesichtsbehandlungen und im Drogeriealltag macht das den Label-Dschungel greifbarer – und rückt typische Inhaltsstoff-Fallen sowie offene Tierversuchsfragen in den Fokus.

Tierische Inhaltsstoffe: diese Fälle tauchen immer wieder auf

Kosmetikprodukte auf einem Badezimmer-Waschbecken als Symbol für Inhaltsstoff-Checks

„Vegan“ ist bei Kosmetik nicht automatisch erkennbar – selbst bei Produkten aus der täglichen Routine. PETBOOK (Autorin: Rebecca Stringa) nennt mehrere Stoffe, die tierischen Ursprungs sein können oder je nach Herstellungsweg schwer einzuordnen sind.

Als „kniffligen Fall“ beschreibt der Beitrag Glycerin: Es kann aus Pflanzenölen stammen, fällt aber auch bei der Herstellung tierischer Seifen an (etwa mit Knochen). Ähnlich ist es bei L‑Cystein (E 920): Wenn es nicht chemisch hergestellt wird, kann es aus Schweineborsten, Krallen oder Federn gewonnen werden; PETBOOK nennt auch Fermentation als Herstellungsweg.

Konkrete Beispiele aus dem Alltag: Metallic-Nagellack kann Guanin aus Fischschuppen enthalten. Shellac (E904) stammt aus Ausscheidungen des Lackkäfers; PETBOOK nennt dafür 50.000 bis 300.000 Insekten pro Kilogramm sowie rund 20.000 Tonnen weltweite Produktion. Zugleich wird „CND Shellac“ als Beispiel erwähnt, das laut Artikel keinen echten Shellac enthält.

Auch Kollagen bleibt ein Klassiker in der Kosmetik und wird meist aus Rinderhäuten gewonnen. Dr. Andrea Weber (Babor Beauty Group) wird dazu zitiert: „Kollagen ist in seiner Wirkweise bislang ungeschlagen.“ In Zahnpasta können neben Bienenwachs/-pollen auch Knochenmehl (Calciumphosphat) stecken; Keratin in Haarpflege kann aus Hörnern, Hufen oder Federn stammen.

Vegan-Siegel und Tierversuche: Orientierung mit Grenzen

Siegel erleichtern den schnellen Check im Regal – sie beantworten aber nicht jede Frage rund um Tierversuche. PETBOOK verweist darauf, dass Kosmetik-Tierversuche in der EU seit 2013 grundsätzlich verboten sind, der Rahmen jedoch Lücken lässt: Inhaltsstoffe können trotzdem in Kontexte fallen, in denen Tierversuche vorgeschrieben sind.

Als Orientierung nennt der Artikel mehrere Labels. Das Blumen-Siegel von The Vegan Society gilt international als besonders umfassend; bei The Body Shop seien laut PETBOOK mehr als 4.000 Inhaltsstoffe aus über 1.000 Produkten geprüft worden. Das V-Label ist international verbreitet und kennzeichnet vegane sowie vegetarische Produkte. Bio-Siegel werden zwar häufig mit veganen Produkten verbunden, garantieren „vegan“ aber nicht automatisch. EcoVeg wird als unabhängig überprüftes Gütesiegel für pflanzliche Lebensmittel in Bio-Qualität beschrieben (nicht speziell für Kosmetik).

Die Grauzonen fasst PETBOOK so zusammen: EU-Verbote beziehen sich auf neu entwickelte Produkte und Inhaltsstoffe; ältere Produkte von vor 2013 sind weiter erhältlich. Außerdem dürfen Kosmetika Stoffe nutzen, die auch in Reinigern, Farben oder Medikamenten vorkommen und deshalb gesetzlich vorgeschriebene Tierversuche durchlaufen haben. Selbst bei rein kosmetischer Nutzung können Tests möglich sein, wenn Arbeits- und Umweltsicherheit geprüft wird.

Ergänzend nennt PETBOOK Datenbanken/Apps wie „Codecheck“, um Inhaltsstoffe einzuordnen – dazu passt auch unser Überblick, wie Apps Kosmetik-Inhaltsstoffe per Barcode einordnen und wo ihre Grenzen liegen.

Die 100%-Zertifizierung von The Body Shop zeigt, wie stark „vegane Kosmetik“ über nachvollziehbare Standards vermarktet wird. Gleichzeitig macht der PETBOOK-Überblick klar: Bei Inhaltsstoffen bleiben rechtliche Grauzonen möglich – besonders dann, wenn Stoffe auch außerhalb von Kosmetik reguliert getestet werden.

Wenn du im Alltag mehr Beauty-Checks und Orientierung rund um Inhaltsstoffe, Siegel und bewusste Pflege suchst: Hier findest du kompakt erklärtes Beauty-Wissen und Produktorientierung, damit Labels und INCI-Listen einfacher einzuordnen sind.

The Body Shop bekommt 100%-Vegan-Siegel
Maria Petrenko February 11, 2026
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